Schluss mit der Wegwerf-Folie: Ein modulares System für die Schadstoffsanierung
Wilde & Rheingans GmbH und Phoenix Mecano Solutions AG entwickeln langlebige Profile
Jede Asbest- oder Schadstoffsanierung hinterlässt riesige Müllberge. Manche Grosskunden werfen pro Jahr Baumaterial im Wert von einer Million Franken weg. Die gesetzlich vorgeschriebenen Abschottungen bestehen meistens aus Holz und PVC-Folien. Nach dem Einsatz wandert das Material komplett in den Sondermüll. Holz überlebt selten mehr als fünf Einsätze, PVC gehört zu den schädlichsten Kunststoffen überhaupt. Eine Deckenabschottung von wenigen Quadratmetern dauert im Aufbau oft vier Tage. Für Sanierungsbetriebe bedeutet das hohe Entsorgungskosten und massiven Zeitverlust.
Das Netzwerk bringt die nötige Präzision
Die Thaynger Schadstoffsanierer Wilde & Rheingans wollten ein wiederverwendbares, modulares Wandsystem entwickeln. Die erste eigene Skizze für das nötige Aluminiumprofil war jedoch ungenau. Das Team lag bei der Konstruktion zu 95 Prozent daneben, nur 5 Prozent waren technisch machbar. Über das Netzwerk der Wirtschaftsförderung Schaffhausen kam der Kontakt zur INOS Plattform zustande. Die Plattform vermittelte die Phoenix Mecano Solutions AG aus Stein am Rhein als Kooperationspartner. Das Industrieunternehmen brachte das entscheidende Fertigungswissen für Strangpressprofile ein.
Harte Tests statt Standardproduktion
Die technischen Anforderungen waren extrem hoch. In der normalen Industrieproduktion spielen Fertigungstoleranzen und absolute Staubdichtigkeit gegenüber Mikrofasern selten eine so entscheidende Rolle. Das Team musste verhindern, dass krebserregende Asbestfasern durch die Ritzen der Profile dringen. Vortests mit vier Millionen Fasern pro Kubikmeter verliefen erfolgreich. Das System hielt dicht.
Das von der INOS Plattform geförderte Kooperationsprojekt lief bis Ende 2025. Aktuell sind die Profile produziert, die Eckstücke und Verbindungselemente stehen vor der Fertigstellung. Als nächstes folgen der Prototypenbau und die reale Testphase auf den Baustellen. Ein Patentantrag läuft bereits. Für Benedikt Rheingans war die INOS-Unterstützung der entscheidende Beschleuniger: Ohne das Netzwerk, das Matchmaking mit Phoenix Mecano und die Unterstützung beim Förderantrag hätte die Entwicklung des neuen Systems um ein Vielfaches länger gedauert.